denkpass@denkpass.de

Gregor Groß kam im Jahre des Herrn 1973 zur Welt, kurze Zeit nach dem Tode Bruce Lees. Ob es dabei wirklich zu einer Seelenwanderung kam, ist bis heute ungeklärt. Keine vierunddreißig Jahre später jedenfalls führte ihn sein Weg über einen asiatischen Zwischenstopp nach Brisbane, Australien, wo er Vertrauen in seine kreativen Problemlösungs-Fähigkeiten fasste. Seitdem interessiert sich Gregor für Kreativität (darüber bloggt er auf denkpass.de) und dafür, wie man Aufgaben richtig organisiert und delegiert, ohne die Kreativität seiner Mitarbeiter zu behindern. Über dies und ähnliche Themen bloggt er auf imgriff.com. Ansonsten versucht Gregor, tagsüber möglichst viel zu lächeln und dabei kompetent zu wirken, prokrastiniert am liebsten mit Baseballstatistiken und Tageszeitungen und bildet sich Gottweisswas auf seinen Risotto ein. Sonntagmorgens, wenn ihn seine Söhne um 5:32 Uhr unsanft wecken, wünscht er sich ein Zeitmanagement, das ihm Zeit zum Schlafen verschafft. Gregor liest viel und kann sich auch sehr viel Gelesenes merken, was seine Partygäste oft dazu verleitet, bei Parties gleich mit Kopfhörern zu erscheinen. Seine Bücher sind quer über alle Bereiche verteilt, wobei SciFi eine etwas größere Rolle spielt.

Vitamin D als Grund für helle Hautfarbe?

Ismael - Daniel Quinn

Eine These aus Ismael von Daniel Quinn (übrigens eins meiner Lieblingsbücher, weil es mein Leseleben klar in davor / danach teilt und auch erklärt, warum unsere Zivilisation scheitern wird) ist, dass das Kains-Mal, das Kain als den Mörder seines Bruders Abel für alle Welt kennzeichnet, weisse Haut ist. Das verbindet Daniel Quinn mit einigen anderen Erklärungen für die Genese unserer Zivilisation sowie einer interessanten Geschichte - und begründet, warum wir Nehmer sind und uns immer nehmen, was wir brauchen. Egal, wem es gehört oder ob es nachhaltig ist.

 

In einem Artikel der BBC fand ich den Ansatz einer Erklärung, warum es überhaupt unterschiedliche Hautfarben gibt, wenn wir doch alle vom selben Adam abstammen (und Adam aus Afrika kommt). Nicht, dass ich mich damit gezielt auseinander setze, aber gefragt habe ich mich das immer. 

 

Im Artikel, der sich übrigens damit beschäftigt, dass wir Europäer anscheinend alle mehr oder weniger Brüder und Schwestern sind und auf nicht mehr als drei verschiedene Stämme zurückgehen, wird erwähnt, dass es eine anthropologische Theorie gibt, nach der weisse Haut aus Evolutionsgründen gut für Farmer war: bevor wir mit Landwirtschaft anfingen, waren wir Jäger und Sammler. Diese nehmen Vitamin D mit ihrer (hauptsächlich tierischen) Nahrung auf.


Bei Farmern ist das nicht so. Helle Haut führt nun aber anscheinend dazu, dass der Körper mehr Vitamin D selber produziert, was für jemanden, der keins mehr aufnimmt, ein Vorteil ist. Das fand ich interessant, weil es die Unterschiede bei den Hautfarben mal soziohistorisch erklärt.

 

Allerdings heisst das dann auch, dass helle Haut kein Kains-Mal ist. Davon wiederum bin ich nicht überzeugt - wir sind Nehmer, wir verhalten uns wie Nehmer. Um das zu verstehen, müsst ihr also trotzdem Ismael von Daniel Quinn lesen.

Wenn künstliche Intelligenz von den Lippen lesen kann

G.A.S. (Gas) - Matt Ruff, Ditte Bandini, Giovanni Bandini

Der erste Schritt ist gemacht. Wissenschaftler basteln an künstlicher Intelligenz, die von den Lippen lesen kann. Dabei gibt es ein Problem: wir machen beim Sprechen mit den Lippen gewisse Bewegungen. Das sind die sogenannten Viseme, und es gibt ca. 10-14 von ihnen, die jeder von uns benutzt. Beim Sprechen benutzen wir aber ca. 50 Phoneme (die Laute, die wir dabei machen).

 

Somit ergibt sich eine gewisse Interpretationsvielfalt, da wir beim Lippenlesen nur 10-14 Viseme erkennen können, es aber um die 50 Phoneme gibt. Einige sind also mehrfach deutbar, und deswegen spielt der Kontext eine Rolle. Das ist das Schwierige beim Lippenlesen.

 

Dass künstliche Intelligenz sich manchmal schwer tun kann mit der korrekten Deutung des Kontextes, ist klar und eins der Probleme, wenn KIs von den Lippen lesen soll (ein weiteres ist, dass man mit einer Kamera selten ganz genau alle Viseme erfassen kann, weil sich der Kopf des Sprechers bewegt).

 

In G.A.S. Die Trilogie der Stadtwerke von Matt Ruff ist so ein Fall beschrieben: eine KI liest von den Lippen und kommt zu zwei möglichen Deutungen. Die eine Deutung ist die, dass die beiden Menschen, die da sprechen, gerade Essen bestellen. Die andere Deutung ist die, dass einer der Menschen, der Schöpfer der besagten KI, seiner KI einen verschlüsselten Auftrag gibt, die Erde zu beherrschen. Die KI muss über den Kontext entscheiden, um zu verstehen, welche Bedeutung gemeint ist. Zwar sitzen die beiden in einem Restaurant, aber die KI findet das zu langweilig und ist der Meinung, dass die andere Deutung die passende sei. Daraus entsteht dann die Handlung von GAS - Die Stadtwerke-Trilogie.

Und anscheinend haben das besagte Wissenschaftler nicht gelesen, denn die wollen gerade KIs sowas beibringen. Hoffen wir, dass sie ihnen, was die Kontextanalyse angeht, gewisse Regeln auferlegen.

Terror gefunden

Terror - Dan Simmons

Eins meiner absoluten Lieblingsbücher, vielleicht mein Lieblingsbuch schlechthin, ist Terror von Dan Simmons. Darin geht es um die John-Franklin-Expedition, die versuchte, die Nordwestpassage zu finden. Hier der Klappentext:

 

England im Jahr 1845: Unter dem Kommando von Sir John Franklin brechen die modernsten Schiffe ihrer Zeit – die „Terror“ und die „Erebus“ – auf, um die legendäre Nord-West-Passage zu finden: den Weg durch das ewige Eis der Arktis in den Pazifik. 130 Männer nehmen an der Expedition teil. Keiner von ihnen wird je zurückkehren.

 

Dies ist ihre Geschichte.

 

Die gesamte Expedition, inklusive beider Schiffe, ging verloren. Es handelte sich um die größte Katastrophe bei allen englischen Expeditionen, die es jemals gab. Seitdem ich Terror gelesen habe, faszinieren mich alle Bücher, in denen ewiges Eis vorkommt (Die Schrecken des Eises und der Finsternis von Ransmayr,  Die linke Hand der Finsternis von Le Guin, Die Entdeckung der Langsamkeit von Nadolny, Fields of Ice von Edge).

 

Nun haben kanadische Forscher ein Schiff der John-Franklin-Expedition gefunden. Es ist nicht klar, welches Schiff - die Terror oder die Erebus. Und noch liegt das Ding unter Wasser, soll aber wohl zumindest erforscht werden, vielleicht sogar gehoben. 

 

Oft wird die Frage laut, warum die Briten da überhaupt hin mussten. Zwar ist die Nordwestpassage dieser Tage wohl langsam im Sommer befahrbar, aber damals definitiv nie. Was suchten sie dort außer Ruhm?


Das erklärt Ransmayer in Die Schrecken des Eises und der Finsternis: irgendein Papst sprach die Neue Welt und den Weg quer über den Atlantik dorthin den Spaniern und Portugiesen zu. Alle anderen gingen leer aus und suchten daher weit oben und weit unten im Atlantik nach Wegen in die Neue Welt, allen voran die Engländer (deren Expeditionen nicht alle scheiterten) und sogar die Österreicher, die versuchten, die Nordostpassage zu finden - und dabei immerhin Kaiser-Franz-Josef-Land entdeckten. 

Darf man schreiben, wenn man nicht dabei war?

Der Überdruss - Mo Yan

Eine Frage, der sich Mo Yan in seinem Roman Der Überdruss widmet, ist die, ob Schriftsteller über Dinge schreiben dürfen, die sie selber nicht erlebt haben. Das macht er subtil, aber dabei gleichzeitig mit der Brechstange, so dass es eigentlich jedem Leser klar sein sollte, aber wahrscheinlich gar nicht ist.

 

In dem Buch taucht ständig ein Schriftsteller auf, der in dem Dorf lebt, in dem die Geschichte des Romans spielt - Ximen Dorf. Der Großgrundbesitzer Ximen Nao trägt denselben Namen und er ist es, aus dessen Perspektive die Geschichte meistens erzählt wird. Ximen Nao wird erschossen, geht den Richtern und Fürsten in der Hölle so lange auf den Geist, bis er wiedergeboren wird. Aber er wird leider nicht als Mensch, sondern als Esel, später Stier, dann Eber wieder geboren und beobachtet fürderhin die Menschen in seinem Dorf, seine Frauen und Kinder, und vor allem: den Wandel, den Dorf und Bewohner im Laufe der Jahre erfahren.

 

In diesem Dorf, wie gesagt, lebt auch der Schriftsteller, der dann witzigerweise denselben Namen wie der Autor des Buches hat: Mo Yan. So kann der Mo Yan, der uns die Geschichte erzählt, über sich selber lästern, wenn er sich über die dussligen Romane des Mo Yan im Buch amüsiert. Besagter Mo Yan im Buch erzählt in diesen Romanen oft die Geschehnisse im Dorf, die zur selben Zeit der Erzähler, Ximen Nao, als Esel, Stier oder Schwein erlebt und für uns Leser wider gibt. Und dabei beschwert sich Ximen Esel / Stier / Schwein oft, das Mo Yan das alles immer total falsch erzählt in seinen Romanen (man achte auf die Doppeldeutigkeit!).

 

Das kann doch nur ein Witz auf oben genanntes Problem sein, ob Schriftsteller über Dinge schreiben dürfen, die sie selber nicht erlebt haben? Als Leser bist Du auch überzeugt, dass die Aufzeichnungen der Ereignisse in der Version von Mo Yan (im Buch) in seinen Romanen erzählt falsch ist, da Du als Leser den Erinnerungen von Ximen Esel / Stier / Schwein mehr glaubst (weil Du Dich mit dem Protagonisten ja immer irgendwie identifizierst).

 

Erste Konklusion: Nein, denn wenn Schriftsteller das tun, kommt nur Murks raus.

 

Dann wird Dir klar, dass alles in dem Buch fiktiv ist, und dass Deine Version der Geschehnisse ja nur aus einem Buch kommen, das Mo Yan (in echt) geschrieben hat. Du traust also dem fiktiven Autoren nicht, weil Du dem realen Autoren mehr traust, der Dir aber eine fiktive Geschichte erzählt. Das ist lustig.

 

Zweite Konklusion: Keine Ahnung, aber Vorsicht vor denen, die "Nein" als mögliche Antwort sehen.

 

Was man ja bis vor wenigen Augenblicken selber war. Sowas nenne ich Metakonstruktion im Rahmen einer gut erzählten Geschichte. Wenn ein Autor mich als Leser auf diese Art und Weise zum Komplizen macht, wenn sich Buch und Fiktion so unbemerkt verbinden, dann verstehe ich auch, warum jemand, der sowas in 43 Tagen am Stück runter schreibt, dafür dann auch einen Literaturnobelpreis einsackt, weil er, so die Begründung,

 

.. mit halluzinatorischem Realismus Märchen, Geschichte und Gegenwart vereint.

 

Update: (Der Überdruss: 538 von 806 Seiten hinter mir)

Das erste Tiefseekabel der Welt

Rausch - John Griesemer, Ingo Herzke

Bei einem Artikel auf Vox (38 maps that explain the world) auch diesen Schatz gefunden:

 

Scan einer Karte des 1. Unterseekabels

 

Es handelt sich um eine Karte des ersten Kabels, das erfolgreich im Wasser von Europa nach Amerika verlegt wurde, um Telegrafie zu ermöglichen. Wie lange es dauerte, bis das klappte und wie oft das Kabel dabei riss, ist Gegenstand des Buches Rausch von John Griesemer. Das war ein sehr gutes Buch, erinnere ich mich.

Der Überdruss - Mo Yan
"Der Grad der pompösen Schwülstigkeit einer Sprache lässt auf den Grad der Verlogenheit in der Gesellschaft schliessen, die Gewaltsprache ist der Vorreiter von Gewalttätigkeit in der Gesellschaft. - Zitat eines enttäuschten Volksdichters im Buch"
Der Überdruss - Mo Yan
"Wenn man alleinherrschender König werden will, beginnt man zuerst einmal damit, ein guter Bürger zu sein."

Unendlicher Spaß in Lego

Unendlicher Spaß - David Foster Wallace, Ulrich Blumenbach Der Tunnel - William H. Gass

Ein 11jähriger hat sich hingesetzt und Buchszenen aus Unendlicher Spaß von David Foster Wallace in Lego nachgestellt. Genau.

 

Ich habe in meinem Leser-Leben schon einige schwer zu verdauende Bücher gelesen. Aus der letzten Zeit fällt mir dabei insbesondere Der Tunnel von William H. Gass ein. Aber man muss ja unterscheiden: es gibt schwer zu lesende Bücher, weil die einfach schlecht sind und man sich beim Lesen fragt, was soll der Mist? Dann gibt es Bücher wie Der Tunnel und Unendlicher Spaß, die sehr gut sind - nur das Lesen ist eine Mühe. Ulysses soll dazu gehören, und auf der Suche nach der verlorenen Zeit von Proust wohl auch. Das Lesen fällt schwer, aber es lohnt sich, hartnäckig dran zu bleiben.

 

Allerdings gibt's da bei Unendlicher Spaß ein weiteres Problem: das wurde extra mühselig lesbar entworfen! Das Argument geht in etwa so: David Foster Wallace' Nachricht an uns Leser ist, dass wir und unsere Zivilisation drauf und dran sind, uns zu Tode zu amüsieren, und zwar durch ständigen Dauerkonsum. Wir zielen auf unendliche Bespaßung. Das ist es, was DFW zeigen will, und damit wir als Leser das auch in unserer direkten, realen Wahrnehmung erfahren, hat er sein Buch gerade so entworfen, dass es nicht leicht zu konsumieren ist: voller Fussnoten (am Ende des Buches, weswegen es mit zwei Lesebändchen daher kommt), die teilweise 20 Seiten lang sind und Dich als Leser völlig aus der Haupt-Geschichte lösen, mit Verwendung von unglaublich vielen, völlig unbekannten Fremdwörtern bis hin zu welchen, die sich DFW extra ausdenkt, und mit einer teilweise extremen Erzähldichte, die in vielen Szenen anstrengend ist, und trotzdem süchtig macht.

 

Denn Sucht ist das andere Thema: wir konsumieren dauernd, weil wir nach Konsum süchtig sind. 

 

Was ich sagen will, ist folgendes: Unendlicher Spaß ist ein unglaubliches Buch. Wahrscheinlich das beste Buch aller Zeiten. Aber auf jeden Fall völlig schwer zu verdauen, nicht leicht zu lesen, und voller Ideen und Anspielungen, für die man selber fast Literatur und Zeitgeschichte und Suchtverhalten studiert haben sollte.

 

Umso erstaunlicher, dass ein 11jähriger sich mit sowas beschäftigt.

The Black Swan: The Impact of the Highly Improbable by Taleb, Nassim Nicholas Re-issue Edition (2008) - Nassim Nicholas Taleb
"Indeed, the tragedy of capitalism is that since the quality of the returns is not observable from past data, owners of companies, namely shareholders, can be taken for a ride by the managers who show returns and cosmetic profitability but in fact might be taken hidden risks.

Nassim Nicholas Taleb"
The Black Swan: The Impact of the Highly Improbable by Taleb, Nassim Nicholas Re-issue Edition (2008) - Nassim Nicholas Taleb
"But in all my experience, I have never been in any accident ... of any sort worth speaking about. I have seen but one vessel in distress in all my years at sea. I never saw a wreck and never have been wrecked nor was I ever in any predicament that threatened to end in disaster of any sort.

E.J. Smith, 1907, late Captain of RMS Titanic"

Trendige Bücher

Auf Bookvibe gibt's eine Übersicht über die aktuell auf sozialen Medien am meisten diskutierten Bücher. Vorne liegt derzeit der neueste Murakami, gefolgt von Lev Grossman.

Nachrichten in der Tiefe

Rausch - John Griesemer Cryptonomicon - Neal Stephenson, Juliane Gräbener-Müller, Nikolaus Stingl

Vor kurzem habe ich einen sehr interessanten Artikel über Spionage an Tiefsee-Kommunikationskabeln gelesen: Messages in the Deep. Darin geht es um kupferne Kommunikationskabel, von denen ich eigentlich dachte, dass es nur ein paar gibt. Anscheinend gibt es aber 277 Unterseekabel, und 99% der internationalen Kommunikation laufen darüber ab (u.a. Internet und Telefon).

 

Die Kabel können angezapft werden, damit dieser Kommunikation gelauscht werden kann. Das ist der eigentliche Inhalt des Artikels: zwei Spionagegeschichten rund um Tiefseekabel. Es gibt eine Karte, wo alle Kabel verzeichnet sind und sogar ein Interview mit einem Techniker, das erläutert, wie man Kabelbrüche auffindet und repariert. Diese Brüche können sogar durch Haie entstehen, meistens aber durch Schleppnetze oder -anker. 

 

Wer wissen will, wie es war, als das erste internationale Kommunikationskabel quer über den Atlantik verlegt wurde, wie oft allein diese Expedition scheiterte und letztlich doch gelang, dem sei Rausch von John Griesemer empfohlen. Ich fand es extrem spannend, lehrreich und unterhaltsam - vor allem auch: witzig.

 

Und wer lesen will, wie sehr die moderne Kommunikationstechnologie von Tiefseekabeln abhängig ist und welche Probleme das mit sich bringt, dem sei Cryptonomicon von Neal Stephenson empfohlen, ohnehin ein Muss, dieses Buch.

THE CIRCLE BY EGGERS, DAVE (AUTHOR) HARDCOVER (2013 ) - Dave Eggers

Spiegel Online findet The Circle von Dave Eggers so interessant, dass sie 50 Bücher verlosen, damit dann die Diskussion über das Buch los geht.

 

In The Circle beschreibt Eggers das Innenleben eines Startups ähnlich wie Facebook oder Google. In The Circle wird Privatsphäre als etwas Böses betrachtet und die Gründer sind der Ansicht, dass totale Offenheit die Welt retten kann. Heraus kommt etwas so Gespenstisches, dass einem kalt wird. Ich finde, The Circle ist eins der besten Bücher der letzten Jahre und, was den Startup- und Soziale-Netzwerke-Hype angeht, in dem sich unsere Gesellschaft befindet, wahrscheinlich sogar das wichtigste!

 

Mein liebster eigener Blogpost über The Circle war dieser hier: Menschenrechte im digitalen Zeitalter.

How to silence the first class crowd

The Black Swan: The Impact of the Highly Improbable by Taleb, Nassim Nicholas Re-issue Edition (2008) - Nassim Nicholas Taleb

Once, on a transatlantic flight, I found myself upgraded to first class next to an expensively dressed, high-powered lady dripping with gold and jewelry who continously ate nuts (low-carb diet, perhaps), insisted on drinking only Evian, all the while reading the European edition of *The Wall Street Journal*. She kept trying to start a conversation in broken French, since she saw me reading a book (in French) by the sociologist-philosopher Pierre Bordieu - which, ironically, dealt with the marks of social distinction. I informed her (in English) that I was a limousine driver, proudly insisting that I only drove "very upper-ended" cars. An icy silence lasted the whole flight, and, although I could feel the tension, it allowed me to read in peace."

 

Nassim Nicholas Taleb in Black Swan

Fuck you money

The Black Swan: The Impact of the Highly Improbable by Taleb, Nassim Nicholas Re-issue Edition (2008) - Nassim Nicholas Taleb

In The Black Swan: The Impact of the Highly Improbable erklärt Nassim Nicholas Taleb, was Fuck you money ist (und logischerweise schreibe ich das in den Titel, um mehr sensationslüsterne Aufmerksamkeit zu erheischen). Fuck you money ist die Menge an Geld, die Dir Unabhängigkeit gibt - genügend passives Einkommen aus den Zinsen oder dem Geld selber, um für immer oder vorübergehend nicht für andere arbeiten zu müssen, seien es Kunden oder Chefs.

 

Dabei ist Fuck you money nicht genug Geld, um superreich zu werden, damit Du dann von Unsterblichkeit und der perfiden Errichtung von Sklavenhalter-Reichen zu träumen beginnen kannst.

 

[Einschub]: Wenn man sich mal überlegt, was allein passiert, wenn jemand jeden Monat 100€ spart sein ganzes Leben lang, also entweder 50-60 Jahre, im Falle von uns sterblichen Idioten, oder vielleicht etwa 795 oder gar 1.025 Jahre, im Falle von Unsterblichen, sieht man sofort, dass Unsterblichkeit, wenn sie nicht für alle finanzierbar ist, sofort zu unüberbrückbaren Ungleichheiten führt. Und gepaart mit dem Fakt, dass dieser superreiche Unsterbliche, der da ewig sparen, intrigieren und ausführen kann, sich sowieso nicht als gleich betrachtet, allein schon, weil er/sie ewig leben und wir anderen nicht, dann ergibt selektive Unsterblichkeit einfach nur einen neuen Sklavenhalter-Staat mit dem Logo technischer Errungenschaft.

[/Einschub]

 

Fuck you money macht Dich nicht superreich, aber eben unabhängig, frei, Deine eigenen Interessen zu verfolgen. Fuck you money erlaubt Dir, "Fuck you!" zu sagen, BEVOR Du den Telefonhörer auflegst.

Charles Darwins Bücherei an Bord der HMS Beagle ist online verfügbar!

The German Genius: Europe's Third Renaissance, the Second Scientific Revolution and the Twentieth Century by Watson, Peter ( 2011 ) - Peter Watson

Mit der Beagle unternahm Charles Darwin seine Weltreise. An Bord hatte er haufenweise Bücher dabei, die aber nach der Ankunft in alle Winde zerstreut wurden. Jemand hat sich nun hingesetzt, und alle Titel der Bücherei an Bord der HMS Beagle online verfügbar gemacht!

 

Charles Darwins Beschreibung der Evolution war eine der großen Entdeckungen der Moderne, in der wir nun leben. Neben Makro-Ökonomie übrigens die einzige, die nicht von deutschen Wissenschaftlern entscheidend geprägt wurde, wie Peter Watson in German Genius zeigt.

 

>> Darwin online mit noch mehr Info und online zur Verfügung stehenden Einblicken in die Aufzeichnungen von Charles Darwin

 

>> Kompletter Katalog aller Publikationen an Bord der HMS Beagle

 

>> Alle Publikationen von Charles Darwin persönlich

 

Ich lese gerade

From the Fatherland, with Love
Ryu Murakami
Bereits gelesen: 61/668 pages
Ich will Zeugnis ablegen bis zum Letzten. Tagebücher 1933-1945
Walter Nowojski, Victor Klemperer
Bereits gelesen: 300/1784 pages
Doughnut Economics
Kate Raworth
Bereits gelesen: 200/372 pages
Jüdische Religion
Günter Stemberger
Bereits gelesen: 39/119 pages
Echolot: fuga furiosa : ein kollektives Tagebuch, Winter 1945
Walter Kempowski
Bereits gelesen: 1880/3200 pages
Hieronymus Bosch
David Dabricant, Larry Silver
Bereits gelesen: 245/424 pages