Fertig gelesen: Allison Hewitt is trapped!

Allison Hewitt is Trapped by Roux, Madeleine [24 November 2011] - Madeleine Roux

Nach Unendlicher Spaß von David Foster Wallace und seinen 1410 Seiten eng gedruckten Text und seine knapp 150 Seiten noch enger gedruckte Anmerkungen ging es mir bei meinem nächsten Buch allein um entspanntes Schnell-Lesen.

 

Dafür eignen sich in meinem Fall erfahrungsgemäß Zombie-Bücher. Der Überlebenskampf inmitten der Trümmer unserer Zivilisation, die Frage danach, ob wir Menschen tief im Innern zivilisiert sind oder doch nur hungrige Bestien, und natürlich das Grauen, umgeben zu sein vom Heer des Feindes, allein in einer Welt der Toten, das sind so die Dinge, die mich bei Zombiebüchern schnell lesen lassen.

 

Den letzten Punkt, das Grauen eines völlig isolierten Menschen in einer tödlichen Welt ohne Freunde und Liebe, gibt es meistens in solchen Büchern nur am Anfang. Nach einer Weile finden die Protagonisten Begleiter, und der anfängliche Schrecken des Allein- und völlig überfordert und ausgeliefert Seins wird ersetzt durch das Mißtrauen allen anderen Überlebenden gegenüber. Die sind entweder freundlich oder durchgeknallt oder einfach nur gefährlich - denn in der postapokalyptischen Welt gibt's keine Regeln mehr. Der größte Feind des Menschen ist trotz aller Untoten der Mensch.

 

So auch bei "Allison Hewitt is trapped" von Madeleine Roux. Roux hat das Buch als Blog im Web geschrieben (und die Geschichte selber ist in Form eines Blogs einer Überlebenden aufgezogen). Auf die Blogposts gab's Kommentare und die passendsten davon (entweder gleich In-Story geschrieben oder einfach umgearbeitet) erzählen die Geschichte weiterer Überlebender. Das ist, wenn man will, Customer Development auf Bücher angewendet: Autorin und Leser arbeiten am Text gemeinsam. Bis der letzten Endes auch in Buchform erscheint, aber durch Kommentare angereichert, die den Text realistischer machen, bereichern und evtl. sogar an einigen Stellen eine Wendung gegeben haben, an die die Autorin vorher gar nicht dachte.

 

Sonst macht Roux alles, was man in Zombie-Büchern so sehen will. Sogar eine Liste der 5 Dinge, für die ich mich prostituieren würde, gibt's (ein paar mehr Listen dieser Art hätten's aber sein können). Es gibt viel Action und insgesamt ganz wenig Fokus auf die Zombies und das Wie und Warum der Apokalypse, dafür aber viel mehr Fokus auf den inneren Kampf von Allison Hewitt und die sozialen Auseinandersetzungen einer Menschheit, die vor der Auslöschung steht.

 

Empfehlenswert für Zombie-Fans.