Wir sollten mit Stift in der Hand lesen!

Ein sehr guter Artikel darüber, wie wir lesen sollten, findet sich auf dem Blog des New York Review of Books: A Weapon for Readers. Darin argumentiert Tim Parks, dass wir beim Lesen von Büchern (aus Papier) immer einen Stift in der Hand haben sollten, um pro Seite mindestens vier Kommentare zu hinterlassen.

 

Das würde dazu führen, dass wir kritischer sind und aufmerksamer. Wir könnten Jahre später nachvollziehen, welche Position wir damals beim Lesen im Bezug zum Text hatten. Uns fallen mehr Dinge auf, weil wir sie bewusst kennzeichnen (und bleiben uns auch länger in Erinnerung). 

 

Nun haben wir alle Hemmungen, das zu tun: in unseren Büchern rumkritzeln. Aber die meisten Bücher, die wir besitzen, werden niemals wertvoll - sie sind keine seltenen Erstausgaben etc. Wir sollten Bücher schützen aus Bibliotheken oder der Schule (falls die dort auch von der nächsten Klasse genutzt werden), ansonsten können wir da aber ruhig rein zeichnen, kommentieren, unterstreichen etc.

 

Das hatte übrigens auch Umberto Eco gesagt, in einem seiner Bücher über das Anfertigen wissenschaftlicher Arbeiten. Damals habe ich das auch gemacht - aber wieder vergessen.

 

Übrigens: Kommentare in Online-Texten sind was anderes als Bleistift-Anmerkungen in Deinen eigenen Büchern. Die Bleistift-Anmerkungen sind für Dich. Die Online-Kommentare sind eher selten für Dich allein - es geht auch darum, allen anderen zu zeigen, wie toll man ist. Das ist also kein Äquivalent.

 

Ich habe mir gerade einen passenden Stift ausgesucht und fange wieder damit an: beim Lesen zu kommentieren.