Von zwei Astronomen, die eine Sonnenfinsternis vergassen

Mason Und Dixon - Thomas Pynchon

Mein liebstes Kapitel in Mason & Dixon ist bislang Kapitel 64. Das Buch von Thomas Pynchon zieht sich etwas, obwohl es mir seit Seite 250 mehr gefällt als anfangs (anscheinend ein Filter zum Aussieben der Leser, auf die Pynchon keinen Pfifferling gibt). Jetzt, ab ca. Seite 600 ungefähr, wird es immer phantastischer, unterhaltsamer, witziger. 

 

Und nun eben Kapitel 64, eine kleine Geschichte, die eine Nebenbemerkung eines chinesischen Vermessungs-Teilnehmers erläutert. So ungefähr funktioniert das ganze Buch: auch die kleinsten Nebenbemerkungen fügen sich zu größeren Nebenpfaden der Geschichte, in der es häufig auch Dialoge gibt, die nahtlos verschiedene Zeiten und Situationen vereinen.

 

Zwei Astronomen in China jedenfalls vergessen, eine Sonnenfinsternis vorherzusagen. Der Kaiser, als Sohn des Himmels, steht logisch da wie ein dummer, junger Hund. Also wird er seiner Rolle als Staatsoberhaupt gerecht und will die Astronomen um ihre beiden, faulen Köpfe erleichtern. Es folgt eine Flucht mit einem gebastelten Flugdrachen, eine Landung in einem See, an dessen Ufern sieben Töchter warten. Und so weiter und so fort - ganz schnell wird aus sowas mein Lieblingskapitel.